Das Wuppertaler Schülerparlament hat an alle politischen Parteien ein Forderungsschreiben gesendet. Hier die Antworten der Parteien. (Die Sortierung ist nach Eingangszeit sortiert, da alle schreiben am 02.02.2010 bei uns eingetroffen sind.)
FDP:
Lieber Vorstand des Schülerparlamentes,
mit Interesse habe ich Ihre Pressemitteilung gelesen. Insbesondere die Forderung nach mehr Verantwortungsübernahme durch die Schüler finde ich sehr beeindruckend und auch richtig, da die Schulen demnächst noch mehr Verantwortung bekommen werden. Ich wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und die FDP steht Ihnen stets bei bildungspolitischen Fragen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Marcel Hafke
FDP Kreisvorsitzender
SPD:
Sehr geehrte Vorstandsmitglieder,
herzlichen Dank für Ihre E-Mail an die NRWSPD.
Die Wiedereinführung der Drittelparität ist Teil des Entwurfs für unser Wahlprogramm, welches am 27. Februar 2010 vom Landesparteitag in Dortmund beschlossen wird. Ihre Pressemitteilung gebe ich wegen der beiden anderen Forderungen weiter an unsere Bildungspolitiker.
Mit freundlichen Grüßen
Dennis Buchner
Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebes WSP,
wir nehmen eure Forderungen sehr ernst und stimmen diesen voll und ganz zu!
Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass alle Forderungen bereits in einem eigenen Abschnitt des Entwurfes des Landtagswahlprogramms von Bündnis 90/DIE GRÜNEN NRW verankert sind (siehe Seite 2). Das Programm wird am kommenden Wochenende in Essen verabschiedet.
Die Schülerinnen und Schüler wurden lange genug bevormundet und von wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen. Wir persönlich finden sogar, dass eine einzige Schülerin oder ein einziger Schüler im Einstellungsverfahren für Lehrkräfte immer noch zu wenig ist, um die Interessen der Schülerinnen und Schüler angemessen vertreten zu können. Schließlich sind es die folgenden Generationen von Schülerinnen und Schüler, die den Unterricht dieser Lehrkräfte „genießen“ werden.
Zu dem automatischen Vermerk über die ehrenamtliche Tätigkeit möchten wir nur eins anmerken: Natürlich sollte es einen automatischen Vermerk im Zeugnis zum ehrenamtlichen Engagement geben – es sollte aber auch möglich sein, per Antrag auf einen solchen Eintrag verzichten zu können.
Wir danken für Eure Anfrage und stehen für Rückfragen, Anregungen und Kritik jederzeit gern zur Verfügung.
Herzliche Grüße
gez. Nadja Shafik und René Kissler
(LandtagskandidatInnen für Bündnis 90/DIE GRÜNEN in den Wahlkreisen 31 und 32)
Die Linke:
Sehr geehrtes Wuppertaler Schülerparlament,
Als schulpolitische Sprecherin der LINKEN in NRW habe ich eure Pressemitteilung erhalten und möchte, auf euren Wunsch hin dazu Stellung beziehen.
Es ist klasse, dass ihr eure Forderungen an die Politik herantragt und alle Partein direkt damit konfrontiert.
Die Forderungen in eurer Pressemitteilung sind allesamt unterstützenswert. Die Wiedereinführung der Drittelparität als Beispiel ist eine Hauptforderung der LINKEN für mehr Demokratie und Mitbestimmung in den Schulen. Auch die anknüpfenden inhaltlichen Forderungen eurer Pressemitteilung müssen unbedingt durchgesetzt werden um die Schüler und Schülerinnen mehr in den Schulalltag einzubeziehen.
Einen Punkt muss ich allerdings gesondert ansprechen, weil er mir aus dem Herzen spricht.
Eine vernünftige und gute Schulpolitik in NRW ist meiner Meinung nach, genau wie ihr es ansprecht, nur möglich, wenn man endlich die Schülerinnen und Studierende in die Entscheidungen mit einbezieht. Politik wird so oft vorbei an Jugendlichen geführt und ihre Bedürfnise einfach ignoriert.
Dabei glaube ich, dass Jugendliche am Besten selber sagen können, was sie brauchen und was ihnen helfen würde.
Zur Hintergrundinformation hierzu: Ich bin selber noch als Schülerin schulpolitische Sprecherin in unser Partei geworden, bin jetzt 19, allerdings seit Oktober 2009 Studentin. Als ich in den Landesvorstand der Partei gewählt wurde, war ich noch Schülersprecherin an meiner alten Schule, und dieser direkte Bezug hat mir immer viel gebracht, da man als Schülerin selbst, immer den direkten Bezug zum realen Schulleben hat.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich in der Schulpolitik bei Podiumsdiskussionen oder Ähnlichem stets auf Kollegen und Kolleginen anderer Parteien jenseits der 40 Jahre stoße, was einen wirklich an den SchülerInnen orientierten Dialog erschwert. Das macht es umso wichtiger, dass die Meinung von SchülerInnen und Studierenden endlich mehr erhöhrt wird.
Eine kleine Anregung zu eurer Pressemitteilung habe ich aber auch noch: Auch wenn ich die Forderungen alle richtig und wichtig finde, glaube ich, dass die Hauptprobleme, die bei den Landtagswahlen im Mai von großer Bedeutung sein werden, zu wenig Gewichtung finden. Ich hätte mir gewünscht, dass ihr als Vertretung der SchülerInnen in Wuppertal schärfere Kritik an Kopfnoten, dem starren Drei-gliedrige Schulsystem und dem Abitur in 12 Jahren äußert.
Trotzdem ein gelungener Aufschlag, um an die Politik heranzutreten.
Weiter so!
Viele Grüße,
Mona Bünnemann
Falls ihr noch Fragen haben solltet, könnt ihr Euch jederzeit an mich wenden.